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Kremsmuenster um 1940
... am Anfang der 1940er Jahre war das Schwarze in Kremsmuenster noch nicht der Russ und schon nicht mehr der Habit der Benediktiner - sondern das simple, schwarze Hakenkreuz. Die Jahreszeiten behielten weiter ihre Farben, waehrend die Uniformen braun wurden. Auch turnerweiss hatte eine Strahlkraft. Gegen Ende des Krieges wurde das Leben tarnfarbgruen und fern der Heimat war es fuer viele Maenner sowieso wehrmachtsgrau. 
Kremsmuenster bestand 1940 vor allem aus einem riesigen Stift mit mehr als 100 Moenchen - und mit der Telefonnummer 9 - politisch aus zwei Gemeinden mit insgesamt ca. 4400 Einwohnern. Es gab einen kleinen Markt mit vielen Gasthaeusern und rundherum lag fruchtbares Land, das die Bauern mit ihrem Gesinde bewirtschafteten. 
1938 begann sich politisch alles zu veraendern: ab Maerz bei uns hier, ab Herbst in den sudetendeutschen Gebieten. Das deutsche Reich wuchs. 1945 stellte sich noch einmal die Staatsordnung auf den Kopf - wenn sie ueberhaupt je zu Ruhe gekommen ist. Flucht und Vertreibung gingen in Mitteleuropa weiter wie in den Kriegsjahren.
Kremsmuenster ist schon waehrend der Kriegszeit ein sicherer Fluchtpunkt fuer vertriebene Menschen. Die Fluechtlingswellen kommen aus dem Osten - mit dem Naeherruecken der Front werden die verschiedensten Gruppen zum verlassen ihrere Heimat gezwungen: Bessarabier, Ukrainer, Schlesier, Ungarn, Slowaken, ... Untergebracht wurden sie im Stift und im Schloss, in Schulen, in Privathaesern und - wenn's nicht anders geht - auch im Freien. 
Die Entstehung der Gablonzersiedlung:
Das Barackenlager wurde bereits vor den Herrmann-Goering-Werken errichtet. Nach dem Krieg hiess es "Wohnsiedlung 305", "DP-Siedlung" oder "Lager Kremsmuenster-Oberburgfried". In den hinteren Teil kamen die Gablonzer. Diese Zone wurde bald zur "Industriesiedlung". In den vorderen Teilen lebten Ukrainer. Nach deren Ausreise kamen vertriebene Volksdeutsche ins Lager. Ab den 50er Jahren war es den Familien moeglich, sich Haeuser zu bauen oder in Genossenschaftswohnungen zu uebersiedeln. Das primitive Leben in den Baracken fand ein Ende.

Anfangs hatte die Marktgemeinde Kremsmuenster nichts mit dem Lager zu tun. Es stand unter der Aufsicht der amerikanischen Besatzungsbehoerden und hatte eine eigene Lagerleitung. Waere nicht der Weg zur Gemeindeschottergrube durch die Siedlung verlaufen, haette der Markt keine naeheren Beruehrungspunkte mit dem Lager gehabt. Das Leben verlief friedlich und die Menschen bemuehten sich, ihre Lage zu verbessern. Daher finden sich auch in der Gendarmerie-Chronik des Postens Kremsmuenster keine aussergewoehnlichen Vorfaelle. Nichts geschah, was nicht auch woanders haette passieren koennen: seien es kleine Diebstaehle, deren Opfer man wurde, oder ein toedlicher Verkehrsunfall, der scheinbar nicht zu verhindern war.
Anfaenglich stellten die Gablonzer nicht nur Schmuckwaren, sondern technische Produkte bzw. Dinge des taeglichen Gebrauchs her. Dazu gehoerten u.a. Knoepfe fuer Hemden und Blusen, Taschenlampenlinsen, Fahrradrueckstrahlern, Scheinwerferlichter oder kleine Glaselemente fuer Petroleumoefen und Schaltanlagen.
Um zu arbeiten benoetigten die Gablonzer Betriebe das Rohprodukt Glas. In Oberoesterreich war keine Firma faehig, geeignete Glasstangen in der richtigen Konsistenz zu liefern. Dementsprechend waren die ersten Produkte grob und unrein. Daher gruendete die Gablonzer Genossenschaft eine eigene Glashuette in der Nachbargemeinde Rohr.
Die Nachfrage nach den Produkten der Gablonzer stieg. Immer mehr Betriebe entstanden, dadurch auch Arbeitsplaetze fuer die Einheimische Bevoelkerung. Maenner wurden an den Druckoefen gebraucht. Frauen machten viele kleine Handgriffe in Heimarbeit: z.B. Perlen faedeln etc Beide Arbeiten waren nicht leicht und erforderten Geschick und Konzentration. Bezahlt wurde alles mit Akkord-Loehnen. Somit wurde aber der wirtschaftliche Aufschwung fuer viele Menschen in Kremsmuenster spuerbar. Man konnte darauf vertrauen, dass es nicht nur die Kinder, sondern auch man selber bald besser haben wuerde. 




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